Teenager, Körperbild und Tanzen
Dieser Artikel erscheint am Montag, 19. Oktober 2026. Vom kritischen Blick in den Spiegel zu «Das kann mein Körper».
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Teenager, Körperbild und Tanzen
Tanzen kann Jugendlichen helfen, ihren Körper positiver zu erleben: Der Fokus verschiebt sich von «Wie sehe ich aus?» zu «Was kann mein Körper?». Studien zeigen vor allem Verbesserungen beim Körpergefühl und bei der Zufriedenheit mit dem eigenen Körper – entscheidend ist ein Umfeld ohne Druck und ohne Vergleiche.
Warum das Körperbild in der Pubertät so wichtig ist
In der Pubertät verändert sich der Körper schnell – und gleichzeitig wird der Blick der anderen wichtiger. Social Media mit bearbeiteten Bildern verstärkt den Druck. Viele Jugendliche, Mädchen wie Jungs, sind in dieser Zeit unzufrieden mit ihrem Aussehen.
Ein gutes Körperbild heisst nicht, sich perfekt zu finden. Es heisst, den eigenen Körper zu respektieren, ihm zu vertrauen und ihn gerne zu bewegen.
Was die Forschung sagt
Körpergefühl verbessert sich
In einer Auswertung von Tanzprogrammen fanden Studien mit Messungen vor allem Verbesserungen bei körperbezogenen Wahrnehmungen – bei Jugendlichen wie bei Erwachsenen. Jugendliche berichteten zudem von mehr Selbstvertrauen und Freude am Ausdruck.
Gesünder fühlen
Mädchen mit Stress und psychosomatischen Beschwerden tanzten acht Monate lang zweimal pro Woche. Sie schätzten ihre Gesundheit danach besser ein – auch noch Monate nach Kursende. In Interviews beschrieben viele das Tanzen als Ort, an dem sie sich frei fühlten.
Weniger Sorge ums Aussehen
Eine Auswertung zu Erwachsenen von 18 bis 76 Jahren zeigt: In 13 von 16 Studien verbesserte Tanzen das körperliche Selbstwertgefühl, und die Sorge, wie der eigene Körper auf andere wirkt, nahm ab.
Es kommt auf das Umfeld an
Tanz ist nicht automatisch gut fürs Körperbild. Wo Figur, Gewicht oder Aussehen im Vordergrund stehen, kann Tanzen den Druck sogar erhöhen. Entscheidend sind die Haltung der Teacher und die Kultur in der Gruppe.
Von «Wie sehe ich aus?» zu «Was kann ich?»
- Können statt Aussehen. Ein Move, der endlich sitzt, fühlt sich stark an – egal, wie man dabei aussieht.
- Den Körper von innen spüren. Rhythmus, Kraft, Balance: Tanzen lenkt den Blick nach innen statt in den Spiegel.
- Eigener Style. Gerade im Hip Hop gibt es nicht die eine richtige Körperform. Persönlichkeit ist ausdrücklich erwünscht.
- Crew statt Konkurrenz. Gemeinsam an einer Choreo arbeiten schafft Zusammenhalt statt Vergleich.
So machen wir das im YIN·YANG
Bei uns in Toffen geht es nie um Gewicht oder Figur. Wir reden über Technik, Timing, Ausdruck und Energie – nicht über Körper.
Bequeme Kleidung
Getanzt wird in dem, worin man sich wohlfühlt. Keine Dresscodes, keine engen Outfits.
Ohne Druck
Kein Wettkampf, keine Ranglisten. Alle werden in ihrem Tempo besser.
Gemeinsam auf die Bühne
Am Toffen Märit und an der Schülervorstellung zeigt die Gruppe, was sie zusammen geschafft hat.
Für Jugendliche gibt es Teens Level 1 und Level 2, ab 13 Jahren auch Hip Hop Foundation und Contemporary Fusion.
Tipps für Eltern
- Nicht über Figur reden. Auch Komplimente zum Aussehen lenken den Fokus aufs Äussere. Lobe lieber Mut, Einsatz und Fortschritt.
- Vorbild sein. Wie du über deinen eigenen Körper sprichst, hört dein Kind mit.
- Social Media ansprechen. Redet darüber, dass viele Bilder bearbeitet sind.
- Das Umfeld prüfen. Achte darauf, wie im Kurs über Körper gesprochen wird.
- Freude vor Leistung. Wer gerne tanzt, bleibt dran – und das zählt.
Wichtig zu wissen
Wenn du bei deinem Kind starke Unzufriedenheit mit dem Körper, auffälliges Essverhalten oder sozialen Rückzug bemerkst, hol dir früh Unterstützung – beim Kinderarzt, bei der Kinderärztin oder einer Fachstelle. Tanzen kann guttun, ersetzt aber keine Hilfe.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter gibt es Teens-Kurse?
Teens Level 1 ist für 11- bis 16-Jährige, Teens Level 2 für 13- bis 18-Jährige.
Muss man bestimmte Kleidung tragen?
Nein. Getanzt wird in bequemer Kleidung, in der man sich gut bewegen kann.
Muss mein Teenager auftreten?
Die Tanzkurse treten jedes Jahr am Toffen Märit und an der Schülervorstellung auf. Sprich uns an, wenn dein Kind dabei Bedenken hat.
Kann mein Kind mehrere Kurse testen?
Ja. Das Probetraining ist in jedem Kurs gratis, so findet ihr den passenden.
Quellen
- Schwender et al. (2018): Effects of Dance Interventions on Aspects of the Participants' Self. Frontiers in Psychology.
- Duberg et al. (2013): Influencing Self-rated Health Among Adolescent Girls With Dance Intervention. JAMA Pediatrics.
- Duberg et al. (2016): «I feel free»: Experiences of a dance intervention for adolescent girls with internalizing problems. International Journal of Qualitative Studies on Health and Well-being.
- Liu, Soh & Lu (2025): Effect of dance on social physique anxiety and physical self-esteem among adults: a systematic review.
Demnächst Ab Montag, 26. Oktober 2026 im Ratgeber: Tanzen hält das Gehirn jung – auch mit 60+ – auf Instagram folgen, um nichts zu verpassen.
Lust, es selbst zu erleben?
Das erste Training ist in allen Kursen gratis und unverbindlich.